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Die anatolische Ashik- Musiktradition​

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Der Name Alevi bedeutet Anhänger Alis, des Schwiegersohns des Propheten Mohammad. Mit ihren Wurzeln im schiitischen Islam folgen sie auch den spirituelleren Praktiken des Sufismus.

Der Glaube der Aleviten

Aleviten sind Anhänger des Heiligen Ali, des Schwiegersohns und Cousins des Propheten Mohammed. Sie bilden eine eigenständige Religionsgemeinschaft innerhalb des Islams, neben Sunniten und Schiiten. Ihre Lehre ist geprägt von ihrem eigenen Koranverständnis und ihrer besonderen Verbindung zur Familie des Propheten (Ehl-i Beyt).

Die Scharia (Gesetzbuch des orthodoxen Islam) und die Sunna (Formen und Techniken des Verhaltens im orthodoxen Islam) werden von den Aleviten abgelehnt. Die Verehrung der zwölf Imame (der direkten Nachkommen des Propheten) und die Befolgung ihrer Lehren gehören ebenso zu ihrer Glaubensgrundlage wie die Anerkennung aller Menschen als Geschöpfe Gottes und Träger des göttlichen Lichts. Zu diesem Glaubenskonzept gehört auch die Gleichberechtigung der Geschlechter.

Aleviten beten in Hausgebeten, die „Cem-Häuser“ genannt werden. Das Gemeinschaftsgebet findet in einem Gottesdienst statt, der von einem „Pir“ (Wegweiser, Lehrer) geleitet wird, der ein direkter Nachkomme des Propheten ist.

Im Cem werden Gebete in den jeweiligen Muttersprachen gesprochen. Frauen und Männer beten gemeinsam im Semah-Ritual, begleitet von Saz (Langhalslaute) und mystischen/religiösen Liedern.

Şarkışla Belediyesi (unknown), Public domain, via Wikimedia Commons
Aşık Veysel (bağlama çalarken), Şarkışla Belediyesi, Public domain, via Wikimedia Commons CC-BY-SA-4.0

Die anatolische Ashik- Musiktradition

Die epische Ashiktradition ist in der Türkei, in Aserbaidschan und in der iranischen Region Aserbaidschan etwa seit dem 16. Jahrhundert verbreitet und hat ihre Wurzeln im schamanischen Glauben der früheren Turkvölkern. Sie ist das repräsentativste musikalische Genre der alevitischen Tradition. Ashik spielt bis heute eine bedeutende Rolle, um Traditionen weiterzugeben, kulturelle Werte zu transportieren und die alevitische Kultur aufrecht zu erhalten.

Die Ashikmusik wird mit einer Art mobilen Barde, die Ashik (übersetzt “verliebt”) performt, die von Saz oder Baglama, einem ikonischen Instrument der anatolischen Volksmusik, begleitet wird. Ashikmusik erzählt von mystischen Offenbarungen, dem Aufruf an alevitische Heilige und insbesondere an Ali, dem eine besondere Wertschätzung gilt. Andere Ashik-Geschichten spiegeln die sozialen Umstände und Probleme, wie beispielsweise ungleicher Machtverhältnisse, Diskriminierung, Lügen, Mord, Betrug.

Wer dieser Tradition der Ashik folgt, wird die Ashik vor sich selbst stellen, weil davon ausgegangen wird, das die Musik ein essentieller Teil ihrer Persönlichkeit wird.

Mehr dazu finden Sie bei den alevitischen Vereinen Österreichs

https://aleviten.com/

http://www.aleviten.at/