DAS LEBENSZEICHEN! RESILIENZ-PROGRAMM FÜR KURDISTAN

Permakultur ist ein ganzheitliches Landnutzungskonzept, das überall, auch in Trockengebieten, umgesetzt werden kann. Das Konzept zeichnet sich durch einen hohen Selbstversorgungsgrad aus. Im Irak ist die Situation sehr dringend. Hunderttausende von Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Deshalb ist es wichtig, dass Institutionen wie Lebenszeichen und KOARP  jetzt mit schnell umsetzbaren Maßnahmen unterstützen und Schulungen für die Begünstigten anbieten.

Kannst Du Dich noch an unsere Joghurtproduktion im Nordirak/Kurdistan erinnern? Dabei haben wir über ein Jahr mit Hilfe der Flüchtlinge von Dawodia Milch zu Joghurt weiterverarbeitet und an das Camp verteilt. Nach erfolgreichem Abschluss dank der Hilfe von unseren SpenderInnen & Sponsoren haben wir nun die kleine Farm nachhaltig weiterentwickelt. Unser Projektpartner vor Ort, Sulaiman von , stellt uns dafür nicht nur das Land zur Verfügung- gemeinsam durch einen ständigen Austausch von Know- How erarbeiten wir uns seit 2020 ein nachhaltiges Permakultur-Nutzungskonzept des Landes.

Permakultur bedeutet „nachhaltige Landwirtschaft“ und verfolgt das Ziel, ein Überleben im Einklang mit der Natur zu ermöglichen. Ziel einer „permakulturellen Planung“ ist es, durch geschlossene Stoffkreisläufe langfristig stabile Ökosysteme zu schaffen, die sich quasi von selbst erhalten. Die Philosophie dahinter ist, mit der Natur und nicht gegen sie zu arbeiten. Die Prinzipien beruhen auf Ökologie, traditionellem Wissen indigener Völker, Beobachtung und Experimentieren. Durch das Projekt haben wir zumindest eine Chance, auf eine nachhaltige Nutzung für die Zukunft zu bauen. Vielleicht entdecken wir neue Ideen für andere Flüchtlingslager auf der Welt.

Wir pflanzen

  • dauerhafte Bäume wie Apfel, Olive, Nuss, Pfirsich, Granatapfel, Trauben, Birne und Feige (jeweils 10-15 Bäume)

  • Saisonale Pflanzen wie Zwiebel, Tomate, Kartoffel und Aubergine werden unter den Bäumen angepflanzt

  • Saisonale Kräuter wie Sellerie, Petersilie, Salat, Kresse, Ingwer und Erdbeeren

  • Für Wildvögel bauen wir Nester in den Bäumen. Sie ernähren sich auch von den Samen auf unserem Land und bringen andere Samen aus der Wildnis zu uns. Das sorgt für Diversität auf unserer Naturwiese.

Natur pur

  • Wir nutzen keine Pestizide

  • Wir benutzen keine Medizin wie Antibiotika für unsere Tiere und geben nur die Nahrung unseres eigenen Landes ohne Zusätze

  • Auf unserem Land leben dauerhaft Schafe, Ziegen, Hühner, Enten, und wir haben Bienenstöcke

  • Unsere fleißigen Bienen sind zuständig für das Gedeihen von Wildblumen, die wiederum die gesunde Ernährung für unsere Tiere garantieren

  • Für Schmetterlinge pflanzen wir eigene Sträucher, die als deren Futterquelle dienen

Off the Grid

  • Die Bewässerung erfolgt nach traditioneller kurdischer Art von einer höhergelegenen Quelle aus

  • Wir brauchen nur wenig Strom, der aus einer kleinen Solaranlage kommt

  • Zum Schutz unserer Tiere bauen wir kleine Stallungen; zur Aufbewahrung unserer Geräte ein kleines Haus

  • Im Garten werden Plätze zum Sitzen für unsere Gäste und Schulungen eingerichtet

Resilienz in Kurdistan: Kurdisches Know-how für Flüchtlingscamps

Permakultur wird seit tausenden von Jahren praktiziert und ist eng mit der Philosophie und Ethik des indigenen Wissens verbunden. Globalisierung, Industrialisierung und Urbanisierung haben zu einer starken Umweltverschmutzung geführt und degradieren unsere Erde. Die Grundprinzipien dieses Gestaltungsansatzes sind teilweise aus der Beobachtung traditioneller Kulturen und deren praktischen Errungenschaften abgeleitet. Diese Prinzipien können in fast allen Bereichen menschlicher Aktivitäten angewendet werden. Wir arbeiten auf kurdischem Land mit Tieren, Pflanzen, Gewächshäusern, Nahrungswäldern, Wurmfarmen, Komposthaufen, verschiedenen Kulturen etc.

Das Ziel für uns ist es, ein Demonstrations- und Lernzentrum in einem Flüchtlingslager aufzubauen. Wir wollen die alten Anbausysteme in Kurdistan durch Permakultur in einer autarken Weise wiederbeleben. Dies wird Ernährungssicherheit schaffen und helfen, den Hunger zu bekämpfen.

In unserer Permakultur-Oase bringen wir Flüchtlingen und Einheimischen bei, wie sie in diesem kargen Land gesunde Kräuter und Früchte anbauen können. Wir retten einheimische Nutztiere, indem wir sie auf dem Hof leben lassen. Wir verkaufen oder verschenken überschüssige Produkte. Saatgut wird an Flüchtlingsfamilien zur Bepflanzung weitergegeben. Familien in Armut können Überschüsse gegen Saatgut eintauschen und so weiterhin Lebensmittel anbauen.

Das Ziel ist es, ein Demonstrations- und Lernzentrum in einem Flüchtlingslager aufzubauen, alte Anbausysteme in Kurdistan durch Permakultur auf autarke Weise wiederzubeleben, Ernährungssicherheit zu schaffen und den Hunger zu bekämpfen. Bitte helft z.B. mit einer weiteren Spende von 30 Euro/Monat, um unsere Farm zu erweitern & zu erhalten (z.B. Personal aus den Camps, Ausrüstung, Saatgut, Pflanzen etc.), unsere Tiere und ihre Häuser zu kaufen!
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